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Shrutis (mikrotonale Struktur)

Neben der nord- und südindischen Klassik gibt es in der kulturellen und sprachlichen Vielfalt Indiens mit mehr als 25 offiziellen Landessprachen, unterschiedlichen Klimazonen und sozialen Schichtungen eine entsprechende Schattierung von Ausdrucksformen der volkstümlichen Musik. Während die indische Klassik in dem Charakter eines Kammerspielensembles präsentiert, wird die volkstümliche Spielweise vorzugsweise bei Hochzeiten und anderen Festen gewählt.

Die Dhol, eine indische Trommel, die besonders in den ländlichen Gebieten (Nord-)Indiens verwendet wird, stößt zwischenzeitlich im Ausland als Repräsentant der indischen Folkmusik auf ein großes Echo (Interpreten sind beispielsweise The Dhol Blasters).

Die Aufteilung des Tonumfangs einer Oktave - wie in der westlichen Musikkultur in Ganztöne/Halbtöne mit sieben Hauptnoten (C, D, E, F, G, A, H, C) ist in der indischen Klassik gänzlich unterschiedlich strukturiert. Der gleiche Tonumfang wird in 66 mikrotonale Abstufungen gleicher Frequenzabstände, die Shrutis unterteilt. Alternativ wird in Indien ein reduziertes System von 22 Mikrotönen verwendet. Der Tonumfang der westlichen Oktave wird in der indischen Musik durch die s.g. Sargam Syllables (Sa, Re, Gha, Ma, Pa, Dha, Ni, Sa') abgebildet. Hier hat man sich mit sieben (7) Tonstufen (Sa - Sa') - aus der geschichtlichen Entwicklung durch die englische Besatzung bis zur Unabhängigkeit Indiens im Jahr 1947 - an das westliche Notationssystem angenähert. Der Begriff Grundton, wie er in den westlichen Musiksystemen in den Dur- und Moll-Tonarten verwandt wird, existiert in der indischen Klassik nicht. Das Syllabel "Sa" wird generell als Ausgangsstufe für die Entwicklung der Ragaskalen verwendet, unabhängig von der Tonhöhe. So kann Sa für eine bestimmte Ragainterpretation auf der Tonhöhe von "C" liegen, für andere Ragaskalen wird "Es" usw. als Ausgangslage verwendet.

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